Bin ich Ich?

Anzunehmen was ist klingt für manchen im ersten Moment ziemlich idiotisch. Wenn ich getreten, geschlagen oder betrogen werde, soll ich dann annehmen was ist?  Nein, es geht nicht darum Verhaltensweisen einfach hinzunehmen oder gar für gut zu befinden.

Das Annehmen von dem was ist, bezieht sich auf etwas anderes. Es geht um die Art der Wahrnehmung, um Betrachtung, Sichtweise und Darstellung. Es geht um Beleuchtung, in welchem Licht wir etwas betrachten entscheidet darüber was wir sehen oder nicht sehen. Eine objektive Betrachtung erscheint fast unmöglich. Doch sind wir davon überzeugt das zu sehen, es so zu sehen wie es ist.

„Es ist wie es ist“ versteht sich als eine, soweit uns möglich, objektive Betrachtung und Sichtweise dessen was ist. Um dies zu optimieren helfen uns verschiedene Perspektiven, verschiedene Blickwinkel, eine achtsame Betrachtung und selbstkritische Wahrnehmung.

Es gibt jeden Tag unendlich viele Momente, große und kleine, über die wir uns freuen, aufregen oder ärgern, die wir hinnehmen oder nicht hinnehmen, auf die wir freundlich oder aggressiv reagieren. Wir erleben diese Momente teils bewusst, meist jedoch eher unbewusst. Doch immer beeinflussen sie unsere Stimmung und unsere Befindlichkeit. Stimmung und Befindlichkeit wiederum beeinflusst unser Denken und Handeln, unsere Zufriedenheit und Unzufriedenheit, unsere Wünsche, Erwartungen, Forderungen und Hoffnungen. Aggressives und gewalttätiges Handeln hat immer Unzufriedenheit als Ursache. Jeder Mensch der ein glückliches und zufriedenes Leben führt lebt gewaltlos. Handelt er aggressiv oder gewalttätig war er zumindest in diesem Moment unzufrieden.

Eine zufriedene Grundstimmung haben wir grundsätzlich dann wenn wir mit uns selbst im Reinen, mit uns selbst zufrieden sind. Unsere Haltung ist grundsätzlich wohlwollend und positiv.

Je mehr wir unzufrieden mit uns selbst sind, je mehr wir uns von uns selbst entfernt haben, um so mehr sind wir interessiert an Anerkennung und Komplimenten von außerhalb.

Je nach Zustand und Befindlichkeit lechzen wir nach Anerkennung und Komplimenten, sind gierig danach oder sogar abhängig davon. Fehlt es uns an Selbstwertgefühl und Zugang zu uns selbst, definieren wir uns oft nur noch über Reaktion, Verhalten, Akzeptanz und Anerkennung von außerhalb. Wahrnehmungsfähigkeit sowohl von uns und von den Menschen ist dabei unwichtig.
Was zählt ist wie Menschen sich uns gegenüber verhalten und wie wir es empfinden.

Sind wir mit uns selbst zufrieden und glücklich können wir über Verhaltensweisen von anderen Menschen und auch über uns selbst lächeln. Wir ärgern uns weder über Andere noch über uns selbst. Anerkennung, Komplimente, Kritik oder Missachtung betrifft uns nicht. Es beeinflusst weder unsere Stimmung noch unser Verhalten.

Es gelingt uns anzunehmen was ist.
Wir müssen es nicht bewerten oder beurteilen.
Wir müssen es nicht interpretieren.
Wir nehmen es mit einem Aha zur Kenntnis.
Wir haben nicht den Drang oder die Notwendigkeit es zu manipulieren oder zu verändern.

Unser Wohlbefinden und unsere Zufriedenheit ist in keiner Weise abhängig von dem was geschieht, von dem was ist.

Zugang zu uns selbst, mit uns selbst im Reinen zu sein, uns selbst akzeptieren und annehmen zu können ist der Schlüssel für Zufriedenheit und Glück. Es ist Voraussetzung um vorbehaltlos das annehmen zu können was ist.

Was uns fast immer daran hindert zufrieden und glücklich zu sein ist, dass wir unser Glück an Bedingungen knüpfen. An die Erfüllung von Erwartungen, von gewünschten Verhaltensweisen, an Einhalten unserer Vorstellung, unserer Regeln, unserer Wünsche und Forderungen.
Bedrohung und Angst hat ihren Ursprung in Unzufriedenheit und daraus entstandenen Abhängigkeiten. Sind wir ausgeglichen in uns selbst ruhend und glücklich gibt es keine Angst und keine Bedrohung. Wir laufen nicht Gefahr durch Verhaltensweisen und Reaktionen anderer Menschen in unserer Stimmung bedroht oder beeinflusst zu werden.

Was natürlich trotz alledem bleibt ist unsere Betroffenheit wenn uns oder anderen Menschen etwas verwerfliches geschieht, ein Unglück oder schwere Krankheit. Leid und Schmerz werden wir vielleicht sogar noch stärker empfinden. Wir kleben und hängen nicht mehr daran fest, wir können leichter und schneller loslassen. Wir können in unserem Leid und mit unserem Schmerz weiter glücklich sein. Wir wissen das Empfindungen, egal ob schmerzlich oder wundervoll kommen und gehen. Wir versuchen nicht festzuhalten und werden nicht festgehalten. Unsere Abhängigkeiten lösen sich mehr und mehr auf.

Wir gewinnen unsere Freiheit. Wir haben mehr und mehr und genießen die Freiheit angemessen, effektiv und aktiv zu handeln. Wir reagieren nicht mehr aus unsere Betroffenheit heraus, nicht aus Ärger, Wut oder Genugtuung. Wir Handeln mehr und mehr aktiv, zielgerichtet und bewusst. Wir bewirken Veränderung um zu heilen, positives und Gutes zu tun. Leichtigkeit und Gelassenheit statt Betroffenheit, Wut und Hass helfen uns das zu tun was wir wirklich wollen, was für uns selbst und andere Menschen hilfreich und gut ist.

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Über tukan

Wir ändern uns nicht durch Änderung unseres Verhalten, dies wäre wie Kleidung wechseln oder Möbelrücken. Veränderung braucht weder Anstrengung noch Gewalt. Solange wir von Lob und Wertschätzung abhängig sind, werden wir Menschen danach beurteilen, ob sie unsere Abhängigkeiten gefährden oder fördern. Die Wurzel allen Kummers ist das Verlangen. Verlangen trübt und zerstört die Wahrnehmung. Ängste und Wünsche verfolgen uns. einfach sein, leben und leben lassen, sich selbst beobachten ohne zu bewerten, achtsam und bewusst, lebendig und glücklich sein.
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