Wahre Liebe

Eigentlich lässt sich über die wahre Liebe nichts sagen. Wir müssen selbst erfahren, verstehen und begreifen. Wir können uns jedoch darüber austauschen was keine wahre Liebe ist und so lernen zu verstehen.

Wie oft behandeln wir Menschen in partnerschaftlichen Beziehungen nicht wie Partner sondern wie Spielzeug, dass wir nach Belieben verändern können? 

Zum Zeitpunkt des Verliebens haben wir uns ein Bild gemalt von unserer neuen Liebe, das in so vielen Dingen unseren Wünschen und Vorstellungen entsprach. Immer wieder haben wir dem Bild ein paar Pinselstriche hinzugefügt, bis wir voller Zuneigung und Liebe unseren Wunschpartner unsere Wunschpartnerin vor uns sahen. 
Nach und nach stellten wir den einen oder anderen Fehler an unserem Spielzeug fest und bemühen uns sehr unser Bild wieder vollkommen zu gestalten. 

Wenn freundliche Hinweise nicht helfen finden wir Mittel und Wege unser Bild wieder lebendig werden zu lassen. Alles zum Wohle unserer Beziehung. 

Vollkommenheit gefällt uns ja allen. 

Wer von uns weiß was davon auf uns selbst zutrifft? 

Wir handeln aus einem Verliebt sein heraus. Wir wollen nur das beste für unsere Beziehung. Schade dabei ist oft, dass unser Partner unsere Partnerin als Gesamtheit, als Individuelles eigenständiges Wesen nicht vorkommt. Wir sehen, handeln und gestalten Bilder die wir uns gemacht haben, verändern diese Bilder und manipulieren dabei Menschen in diesem Spiel mitzuspielen. 

Würden wir den Menschen sehen mit dem wir eine partnerschaftliche Beziehung leben, würden wir uns selbst sehen, wie wir denken und handeln, würden wir uns selbst und unseren Partner, unsere Partnerin lieben, akzeptieren und annehmen wie wir, wie sie, wie er als Wesen ist, würden wir nicht versuchen Sie oder Ihn zu manipulieren, verändern zu wollen oder Wunschbilder zurechtzurücken. 

Wir alle sind nicht vollkommen und doch versuchen wir ständig eine Welt zu kreieren in der wir Vollkommenheit leben. Wir können nur dann aus unseren Fehlern lernen, aus unseren Wunschvorstellungen, wenn wir verstehen und sehen was wir tun. Dazu ist große Offenheit und ehrliche Bereitschaft Voraussetzung. 

Veränderungen geschehen durch Einsicht und Verstehen. Lieben wir wirklich uns selbst und den Menschen oder nur Bilder in unseren Kopf? 

Mitgefühl bedeutet nicht Nachsicht und Großmut. Mitgefühl kann sehr zart aber auch sehr hart sein. Doch Mitgefühl kennt keine Vorwürfe, keine Schuldzuweisungen und kein Verlangen. Mitgefühl setzt echtes Verständnis voraus. 

In einem Zustand emotionaler Betroffenheit ist Mitgefühl eine große Herausforderung. Wir müssen erst wieder zu uns selbst zurückkehren, Wut, Ärger, Hass und Enttäuschung transformieren. Wir müssen erst erfahren und verstehen, dass dies ein Gefühl in uns ist und nichts mit Realität oder Wirklichkeit zu tun hat. 

Fast immer sind Missverständnis und Kommunikationsprobleme Ursache heftiger emotionaler Betroffenheit. Selbst wenn ein Fehlverhalten vorliegt liegt, egal ob bei uns selbst oder dem Menschen den wir lieben, hilft es uns nicht zu interpretieren, zu urteilen und zu richten. 

Nur der werfe den ersten Stein, der niemals selbst dazu in der Lage ist, andere zutiefst zu verletzen. 

Keiner von uns verletzt einen anderen Menschen bei voller Bewusstheit. 

Durch Dummheit, Gier, Unwissenheit, Naivität, Egoismus, Unbewusstheit, kommt es zu großen und kleinen Fehlverhalten in partnerschaftlichen Beziehungen, bei Menschen die sich lieben. Doch wir können nicht einfach die faulen Stellen wegschneiden wie bei einem Apfel. Noch schlimmer wenn wir verlangen dass unser Partner unsere Partnerin selbst diese faulen Stellen wegschneidet. Das kann niemals funktionieren. Wir alle hassen Druck und Zwang. Gehen wir aus Liebe solche faulen Kompromisse ein ist unsere Beziehung so gut wie gescheitert. Sie wird leblos und lieblos.

Wirkliche Veränderungen geschehen nur aus eigenem Verständnis heraus, durch Einsicht die wir selbst gewonnen haben, durch begreifen und wollen. Veränderungen geschehen dabei von ganz allein. 

Jegliche andere erreichte Veränderung ist kurzlebig und oberflächlich. Alles was wir tun weil wir glauben es tun zu müssen fördert Samen der Unzufriedenheit, macht uns auf Dauer antriebslos, hilflos, depressiv und leblos. 

Partnerschaft lebt, wächst und gedeiht durch Reflexion von gegenseitiger Wahrnehmung des anderen. Durch wertfreie Beobachtung insbesondere von uns selbst. Wobei unsere Wahrnehmung sehr unterschiedlich sein kann und massiv von unseren Wünschen, Vorstellungen und Erwartungen beeinflusst wird. Starke emotionale Betroffenheit kann Wahrnehmung völlig verdrehen. 

Ernsthafte, ehrliche Bereitschaft sich mit dem Verhalten meines Partners, meiner Partnerin und vor allem auch mit dem Verhalten von mir selbst auseinander zu setzen führt zu einer gelingenden Partnerschaft und zu echtem Wachstum. Es führt uns zu Mitgefühl und Liebe.

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Über tukan

Wir ändern uns nicht durch Änderung unseres Verhalten, dies wäre wie Kleidung wechseln oder Möbelrücken. Veränderung braucht weder Anstrengung noch Gewalt. Solange wir von Lob und Wertschätzung abhängig sind, werden wir Menschen danach beurteilen, ob sie unsere Abhängigkeiten gefährden oder fördern. Die Wurzel allen Kummers ist das Verlangen. Verlangen trübt und zerstört die Wahrnehmung. Ängste und Wünsche verfolgen uns. einfach sein, leben und leben lassen, sich selbst beobachten ohne zu bewerten, achtsam und bewusst, lebendig und glücklich sein.
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