Opfer bringen Opfer sein

Selbstaufopferung, zu verzichten hilft uns nicht weiter. Weder werden wir uns dadurch verändern, noch werden wir dadurch zu dem Menschen der wir gerne wären. Ganz bestimmt wird es uns nicht helfen leben uns lieben zu lernen oder voller Liebe zu sein.
Durch Opfer und Verzicht binden wir uns umso mehr an das worauf wir verzichten. Wir werden es nicht mehr los. Es verfolgt uns immer wieder in unseren Gedanken und Wünschen. Es verfolgt uns in unserer Sehnsucht, unserer Sucht und in unserer Gier.
Es mag uns manchmal vor uns selbst schützen oder andere Menschen vor Schaden bewahren wenn wir unsere Gier im Zaume halten. Es hilft uns auch Gebote und Gesetze zu befolgen, doch werden wir bleiben wie wir sind. Auf der Suche nach Befriedigung unserer Gier, unserer Süchte und Sehnsüchte.
Auch durch das Aushalten und Ertragen von Schmerzen werden wir keinen Millimeter wachsen oder vorwärts gehen auf unserem spirituellen Weg. Wir werden auf der Stelle treten.
Schmerzen haben wir in unserem Leben alle genug gelitten und werden weiter leiden, solange wir schlafend und träumend durchs Leben wandeln. Es ist schlichtweg falsch dass wir leiden und große Schmerzen ertragen müssen um Liebe und Mitgefühl leben zu lernen. Das ständige Affentheater unserer Gefühle ist es das uns leiden lässt, endlos. Erst wenn wir genug gelitten haben sind wir bereit uns nicht mehr festzuhalten an unseren schmerzhaften Krücken.
Ich gebe zu den Mut zu haben, sich zu überwinden, sich selbst offen und ehrlich in die Augen zu schauen, den Selbstbetrug und all die Selbstlügen aufzudecken ist nicht ohne Schmerz möglich.

Doch der endlose Schmerz den wir sonst erleiden, das ewige auf und ab von himmelhoch jauchzend bis zum Tode betrübt, ist viel schmerzlicher, es ist endlos. Es macht uns leblos, saugt uns alle Lebenskraft, schickt uns in tiefe Depressionen und treibt manchen Menschen in den Tod durch Selbstmord. Auch wenn es uns gelingt ein scheinbar perfektes Scheinleben aufzubauen leben wir trostlos und leblos. Wir überleben es nur durch immer stärkere Drogen welcher Art immer die auch sein mögen.
Zu Anfang ist es äußerst schmerzhaft sich absolut ehrlich in die Augen zu schauen, den Selbstbetrug und all die Verhaltensweisen an sich zu sehen, die man von seiner geistigen Erkenntnis längst durchschaut und abgelegt zu haben glaubte. Es erschüttert unser Selbstwertgefühl. Unsere ganze heile Welt bricht zusammen.
Viele von uns, wenn nicht sogar die meisten Menschen die es versuchen flüchten schleunigst wieder, gehen lieber zurück in ihr kleines Gefängnis, leiden lieber endlos und wandeln ständig zwischen Himmel und Hölle hin und her. Verbringen lieber die meiste Zeit ihres Lebens im Fegefeuer. Von Erinnerungen träumend und voller Angst auf die Zukunft blickend. Es scheint Ihnen leichter zu fallen sich selbst zu verleugnen, als zuzugeben, ich bin nicht der, der ich dachte zu sein.
Sich anzunehmen so wie du wirklich bist, zuzugeben, dass du noch immer voller Selbstgefälligkeit, Ignoranz und Egoismus bist. Sich einzugestehen dass man noch immer in seinem Ego und Scheinleben steckt, schleudert dich durch die Wand. Es fühlt sich an als würde alles was du dir aufgebaut hast zerstört. Alle Strukturen, Haltungen, Vorstellungen, Sichtweisen, Sicherheiten, dein komplettes Weltbild wird in Frage gestellt.
Die Betonung liegt dabei auf dein. Du erhältst die Chance zu begreifen, zu sehen und zu verstehen, dass die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet plötzlich zu einer völlig neuen Welt wird. Größer, weiter, schier unermesslich und wundervoll, faszinierend und schön, manchmal auch bedrohlich und unberechenbar. Kein Raster, keine Struktur, kein Filter wird ihr nur annähernd gerecht. Wie kleinkariert haben wir bisher die Welt betrachtet, unsere Welt. Nichtsdestotrotz, die Bereitschaft Selbstlüge und Selbstbetrug aufzudecken erscheint mir das Schwerste zu sein was es gibt. Doch erst dann sind wir auf unserem spirituellem Weg. Du lernst nicht mehr zu glauben du bist deine Schwermut, deine Angst oder deine Begeisterung. Du hältst dich nirgendwo mehr fest, bist frei und doch wundervoll geerdet in deinem sein.
Wenn wir bereit sind uns annehmen so wie wir sind, ist der Weg zu unendlicher Freude und Glück nicht mehr weit. Wir lernen uns selbst zu verzeihen, behutsam und zart auch mit unseren Schwächen umzugehen. Nicht Härte, Schuld und Sühne, Leid und Schmerz bringt uns weiter. Es ist einzig Verständnis für uns und unsere Schwächen.
Erst wenn wir lernen uns zu verzeihen sind wir bereit unsere egoistischen Verhaltensweisen als das anzunehmen was sie sind. Sie sind zu diesem Zeitpunkt in uns. Wenn unsere Verhaltensweisen auch nicht Teil von uns sind, sind sie jedoch Teil unseres Verhaltens. Ab dem Moment, wo wir dies begreifen, sind wir dazu in der Lage zu erkennen, wann oder wenn wir uns anders verhalten als wir eigentlich möchten. Wir können zuschauen, wie wir uns verhalten, ohne uns abzulehnen oder uns zu verleugnen. Wir verändern uns, Herz, Geist und Seele werden eins, ja selbst unser Verstand beginnt zu lernen und sich zu verändern. Stressfrei, zwanglos, ohne Opfer zu bringen oder uns etwas versagen zu müssen.
Uns Verhalten zu untersagen, es zu unterdrücken führt zu Leblosigkeit und Stillstand. Wenn wir lernen uns zum Zeitpunkt unseres Verhaltens mehr und mehr zu beobachten, zuschauen, erkennen wir was wir gerade tun. Keine Bewertung, keine Versuche sich einzumischen, keine Manipulation bringt uns weiter. Immer öfter werden wir früher erkennen wenn wir dabei sind uns was vorzumachen, wir uns selbst betrügen, egozentrisch und gemein verhalten. Immer öfter werden wir mühelos und im selben Augenblick zu lächeln beginnen über uns selbst und uns so verhalten wie es uns gefällt, es stimmig ist mit dem wie wir sein wollen und irgendwann glaubten schon längst an dem Punkt zu sein.

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Über tukan

Wir ändern uns nicht durch Änderung unseres Verhalten, dies wäre wie Kleidung wechseln oder Möbelrücken. Veränderung braucht weder Anstrengung noch Gewalt. Solange wir von Lob und Wertschätzung abhängig sind, werden wir Menschen danach beurteilen, ob sie unsere Abhängigkeiten gefährden oder fördern. Die Wurzel allen Kummers ist das Verlangen. Verlangen trübt und zerstört die Wahrnehmung. Ängste und Wünsche verfolgen uns. einfach sein, leben und leben lassen, sich selbst beobachten ohne zu bewerten, achtsam und bewusst, lebendig und glücklich sein.
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