Hallo – hier bin ich wieder

Ich möchte euch mitnehmen auf eine kleine Reise.
Nichts Besonderes,
nur ein Augenblick aus meinem Leben.

Wenn es uns schlecht geht
ist es besonders schrecklich nur schlaue Sprüche zu hören.
Ich will nicht hören was alles falsch läuft,
auch nicht wie es richtig wäre.

Anweisungen wie es funktioniert sind noch immer reine Theorie.

Der Transfer,
die Transformation in den Lebensalltag ist die Kunst,
die es zu lernen gilt.

Ich haben nichts davon,
kann mich nicht freuen über noch so geniale oder schön formulierte Gedanken,
zu flüchtig ist dieses Gefühl,
zu fremd,
zu wenig hat es mit meinem Leben zu tun.

Immer dann, wenn es mir dreckig geht.
Bin ich nicht nur befangen,
ich bin Gefangener meiner Gefühlswelt.

Es spielt keine Rolle ob Wirklichkeit,
Traumwelt,
Realität oder Gedankenwelt.

Es ist meine Welt
und somit in diesem Augenblick meine Realität.

Tiefe Betroffenheit ist in mir,
im ersten Moment Wut, Ärger und Zorn,

Nach einiger Zeit weicht dieses Gefühl einer tiefen Traurigkeit,
Tränen, die versiegen bevor sie richtig zu sehen sind,
ein leichtes Zittern,
innerlich am ganzen Körper.

Dieses Gefühl,
es fühlt sich sehr lebendig an.

Tiefe Betroffenheit,
ein Gefühl von Schwindel,
Magenschmerzen
und eine tiefe Traurigkeit.

Ich bin schockiert,
fühle mich zutiefst verletzt,
hilflos,
ohnmächtig.
Immer wieder taucht
trotz aller Vernunft das Gefühl von Ärger, Zorn und Wut auf.

Am liebsten würde ich der ganzen Welt zeigen,
welch Unrecht mir gerade geschieht.
Ich bin am Leiden,
ich will nicht sehen in diesem Moment,
dass es Selbstmitleid ist.

Obwohl ich es eigentlich sehen kann,
will ich es nicht wahrhaben.
Zu groß sind der Schmerz,
die Betroffenheit und meine Trauer.

Was ist passiert?
Ich habe etwas aufgebaut, für mein Empfinden etwas großes, Schönes und wertvolles. Ich
hatte die Freiheit mich voll einzubringen und mit Freude, Begeisterung und Herzblut all dies
zu tun, was ich für notwendig, für richtig, für sinnvoll und machbar hielt. Ich hatte einen
großen Spielraum für Entscheidungen, den ich merkwürdigerweise dazu benutzt habe um
mehr zu tun, als ich getan hätte ohne diese Freiheit. Ich genoss die Akzeptanz und die
Anerkennung von allen Seiten. Ich wurde mehr als belohnt durch die Freude und das
Gelingen.

Mein Fehler war, ich lebte in dem Glauben es werde so weitergehen,
es muss so weitergehen,
da ja alle sehen können,
es ist gut, könnte besser nicht sein.

Dann kam der Schock. Es spielt keine Rolle ob persönliche Aversionen, Machtspiele, Trotz,
Ärger, egozentrisches und menschenverachtendes Verhalten und Denken dabei eine Rolle
gespielt haben oder nicht. Entscheidend für mich ist meine Gefangenschaft, meine Realität.
Ich fühle mich niedergestreckt, missachtet, grausam misshandelt, mit Füßen getreten,
ungerecht und unfair behandelt. Von einem Tag auf den anderen ist alles zu Ende.

Ein einziger Mensch scheint dies möglich gemacht zu haben. Es fühlt sich so an als wären die
Intrigen eines einzigen Menschen aufgegangen. Es fühlt sich so an als wäre das fein
gewebte Netz einer tödlichen, giftigen Spinne bereit mich zu vernichten.

Scheinbar ist es gelungen alle wichtigen Fäden zu ziehen. Was mich dabei noch mehr
traurig macht ist das andere Menschen in diesem Spiel als Spielbälle funktionieren, nicht
merken, dass sie zum Spielball benutzt wurden und werden, nicht wissen, dass sie im
Grunde möglicherweise genauso menschenverachtend behandelt werden, hinter ihrem
Rücken.

Menschen wie ich, die eigentlich gutes tun wollen, glauben Gutes zu tun. Sie sehen nicht was
geschieht. Sie lassen sich blenden von einem Lächeln, von Argumenten, haben Vertrauen zu
dem hübschen Gesicht, dass doch nicht wirklich böse sein kann, so wie es schaut, sich gibt,
so freundlich und nett.

Was mich traurig macht, ist die meiner Wahrnehmung nach, Oberflächlichkeit der
Betrachtung. Die Verurteilung ohne der anderen Seite Gelegenheit zu geben gehört zu
werden, geschweige denn ihr eine faire Chance zu geben, ohne durch Vorurteile schon
entschieden, verurteilt zu haben.

Wer hält sich schon selbst wirklich für unfertig, unvollkommen. Ok, ein paar
Kleinigkeiten vielleicht, doch insgesamt fühlen wir uns ja alle als „erwachsene“ Menschen.
Was ist es wirklich, das mich noch immer gefangen hält.

Ich möchte nicht akzeptieren,
dass sich meine Realität verändert hat.
Die Situation, die Umstände
sollen doch bitte so bleiben und sein wie ich sie gerne hätte.

Besonders bitter,
da es ja möglich wäre sie zu verändern und somit
Ausgangsbedingungen geschaffen werden könnten,
für ein Leben ohne Stress und unglaublichen Energieverschleiß.

Es ist nicht leicht neuen Wahrheiten ins Auge sehen,
Es ist nicht leicht Gegebenes zu akzeptieren.
Nicht verändern zu wollen was scheinbar nicht zu verändern ist.

Warum lasse ich mich ein,
auf die scheinbare Herausforderung zum Kampf,
die vermeintliche Aufforderung zur Aufgabe.

Wenn ich glaube,
die Ausübung von Macht in der Realität akzeptieren zu müssen,
habe ich mich schon auf einen Kampf eingelassen
und ihn als verloren angenommen.

Das ist es was unsere selbstkonstruierte Realität so bitter macht.
Bin ich bereit zu sehen?
Zu sehen, dass niemand wirklich mit voller Bewusstheit mir böses tun möchte.

Wie naiv und dumm von mir.
Ich habe mir Bilder von einer Realität gemacht die so nur in meinem Kopf existiert.
Es ist unerheblich ob ich etwas für gut oder schlecht halte.
Es ist unerheblich ob ich gutes tue.

Egal was ich tue,
ich habe nicht das Recht,
deswegen Forderungen zu stellen,
auf die Erfüllung meiner Erwartungen zu pochen.

Ich lebe nicht allein auf dieser Welt.

Wenn ich akzeptiere,
dass es Menschen gibt,
die in einer anderen,
in ihrer Welt leben,

dann kann ich nicht wirklich zornig,
verärgert,
oder hilflos
in Selbstmitleid versinken.

Dann werde ich nicht gegen Windmühlen kämpfen.
Ich werde nicht versuchen etwas zu verändern
was scheinbar nicht zu verändern ist.

Ich werde das verändern
was möglich ist
und zugleich der Ursprung meines Leidens.

Verändern kann und werde ich
meine Sichtweise,
meine engstirnige Betrachtung,
meine begrenzte Sicht,
mein Weltbild,
meine Versuche ein Bild lebendig und real werden zu lassen,
das nur meiner egoistischen Selbstbefriedigung dient.

Ich werde niemand verachten,
niemand wirklich böse sein,
Ich werde tun was ich kann und akzeptieren was ist.
Ich bin ja bereit zu üben und zu lernen.

Was noch immer bleibt
ist mein Gefühl der Traurigkeit,
ein leichtes Zittern am ganzen Körper,
meine Magenschmerzen.

Doch allein wenn unsere Sichtweise sich verändert scheinen Wunder zu geschehen.
Wenn wir wirklich sehen, verstehen und begreifen,
müssen wir weder kämpfen noch uns selbst aufgeben.
Wir haben nicht mehr das Gefühl dass uns Unrecht geschehen ist.

Solange wir uns nicht frei fühlen brauchen wir Verständnis vor allem für uns selbst.
Bleiben wir engstirnig und rechthaberisch,
wählen wir den selbstzerstörerischen Weg der Verbitterung.

Ich habe mich für einen Augenblick verlaufen, war unachtsam für einen Moment.
Ich habe mich von meiner Gedankenwelt gefangen nehmen lassen.

Welch wundervolles Gefühl wieder am Boden gelandet zu sein,
wenn auch etwas Wehmut bleibt.

Es bleibt nicht
eine leichte Hoffnung am Horizont,
sondern meine Entscheidung,
mein Wille,
ich werde es schaffen.

Ich werde es schaffen
mich immer weniger gefangen nehmen lassen,
von einer irrealen,
selbst konstruierten Gedankenwelt.

Endlich bekomme ich wieder etwas mehr Luft zum Atmen.
Noch mühsam aber stetig befreie ich mich von der Illusion,
in unsichtbaren Fallstricken
und unlösbaren Fesseln gefangen zu sein.

Habe ich verstanden,
erkannt,
gesehen,
was geschehen ist?

Der erste Schritt ist auf jeden Fall getan.
Ich bin wieder dazu in der Lage
MEINEN Weg zu gehen.

Ich sehe mich,
ich beobachte mich,
ich bin lebendig,
ich bin hier,
jetzt.

 

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Über tukan

Wir ändern uns nicht durch Änderung unseres Verhalten, dies wäre wie Kleidung wechseln oder Möbelrücken. Veränderung braucht weder Anstrengung noch Gewalt. Solange wir von Lob und Wertschätzung abhängig sind, werden wir Menschen danach beurteilen, ob sie unsere Abhängigkeiten gefährden oder fördern. Die Wurzel allen Kummers ist das Verlangen. Verlangen trübt und zerstört die Wahrnehmung. Ängste und Wünsche verfolgen uns. einfach sein, leben und leben lassen, sich selbst beobachten ohne zu bewerten, achtsam und bewusst, lebendig und glücklich sein.
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