Gelingende Partnerschaft

Gelingende Partnerschaft

Warum übernehmen wir in der Partnerschaft plötzlich mehr Verantwortung für den Partner was wir außerhalb, als Single oder in losen Beziehungen nicht tun. Glauben wir wirklich dass der Grad der Verantwortung durch die Form der Beziehung bestimmt wird?

Schon zu Beginn jeder Beziehung ist es unsere Angst die uns Dinge tun, hoffen, erwarten und ertragen lässt, die jede Beziehung auf wacklige Füße stellen. Meistens ließe sich schon zu Anfang der Zeitpunkt des Scheiterns bestimmen. Es ist nicht ein mehr an Verantwortung die wir übernehmen, sondern eher ein absprechen oder abnehmen der Selbstverantwortung beim Partner und der Wunsch der andere Partner möge doch bitte auch unsere Selbstverantwortung mittragen. Für alle Fälle, oder für den Fall dass wir unpässlich, unleidlich sind und in Selbstmitleid versinken. Wäre es nicht schöner sich für sich selbst zu wünschen und dies auch für den Partner so zu tun, dass wir uns gegenseitig behutsam helfen unser Selbstmitleid verlassen zu können und Selbstverantwortung auch selbst wieder zu übernehmen?

In welcher Beziehung auch immer wir sind, sollten wir uns möglichst umgehend klar darüber werden, wann und wenn uns etwas gegen den Strich geht. Auch wenn viele dazu neigen am Anfang einer partnerschaftlichen Beziehung über viele Dinge aus Verliebtheit hinweg zu sehen, ist es spätestens dann wenn es nervt, umgehend unser Job unsere Achtsamkeit darauf zu richten und uns zu trauen alles zu thematisieren was störend ist oder unangenehme Gefühle auslöst. Tun wir das rechtzeitig kann aus einer anfänglichen Verliebtheit Liebe entstehen.

Egal ob uns Angst zurückhält oder vermeintliche Fürsorge und liebevolle Opfer. Wir müssen lernen zu spüren, zu fühlen und zu erkennen was uns bedrückt und stört. Darüber zu reden und besonders wichtig, wirklich zuzuhören, bemühen einander zu verstehen ist für jede Beziehung nicht nur überlebensnotwendig. Es ist der einzige Garant für ein gelingen und genießen. Tun wir wir es nicht, ist es eine Frage des Zeitpunktes, wann unsere Beziehung Kampf, Qual und Folter wird. Der Stärkere gewinnt, der Schwächere gibt auf, was für ein Leben. Jeder steckt mühsam und verkrampft seine minimalistischen Freiräume ab oder zieht sich zurück. Oft ist das Abwägen von Vor- und Nachteilen Grund genug um sich weiter zu quälen. Wie soll so gegenseitiges Wachstum funktionieren?

Die beste Ausgangssituation für eine gelingende Partnerschaft wäre ist, wenn beide Partner in der Lage sind sich selbst zu genügen und das ihr zu Leben zu genießen. Wenn keiner von beiden dazu in der Lage ist es für mich unvorstellbar das Partnerschaft gelingen kann. Bereitschaft ist Voraussetzung, achtsam miteinander umzugehen, eigene blinde Flecken und die des Partners behutsam zu betrachten, sie nicht nur zu sehen und zu kritisieren, oder darunter zu leiden, sondern verstehen zu lernen. Nur so ist dann ein Austausch und Verständigung möglich. Aus dem gemeinsamen Kompost negativer Energien beginnen zarte Blüten, Pflänzchen und irgendwann Früchte zu gedeihen. Auch ohne optimale Voraussetzungen lohnt es sich uns angstfrei oder anfangs auch voller Angst und Bedenken zu zeigen und mitzuteilen. Wo sonst wollen wir ohne Masken leben lernen, wenn wir es nicht einmal in unserer Liebesbeziehung tun.

Ich muss hier jeden enttäuschen der glaubt das unsere blinden Flecken in partnerschaftslosen Beziehungen nicht bestehen. Da wir hier meist das Gefühl entwickeln weniger Verantwortung übernehmen zu müssen stört und tangiert es uns auch weniger. Hier ließe es sich leichter üben und trainieren den anderen nicht gleich abzuweisen oder abzuschießen wenn es kompliziert wird. Statt sich zurückzuziehen, könnten wir hier achtsam betrachten wie es zu negativen Gefühlen kommt. Mit mehr Leichtigkeit, frei von Verpflichtung und scheinbar weniger Verantwortung, können wir leichter thematisieren und kommunizieren was uns stört. Anstatt Beziehungen minimalistisch zu gestalten und abzuhauen wenn der andere nervig oder blöd erscheint, haben wir auch hier die Chance zu lernen. Ich bin mir sicher das es in jeder Beziehungsform genug Stoff dafür gäbe wenn wir es wollen.

Es ist immer unserer oberflächliche Betrachtung die zu Unverständnis und Komplikationen führt. Es ist sicher leichter vermeintlich selbstbewusst und selbstsicher alles abzulehnen was unsere Grenzen berührt. Nur das zu leben und zu genießen was sich einfach anfühlt. Es ist schon richtig daran zu glauben, das Leben ist einfacher als du denkst, ist wunderschön voller Glück und Liebe. Unsere blinden Flecke werden dabei jedoch finster und dunkel bleiben, auch wenn sie von der Helligkeit und Freude des zufrieden Single seins erstmal überstrahlt werden. Auf Dauer wird es uns niemals zufrieden stellen.

Mit Mut, Offenheit und ehrlicher Bereitschaft ist es tatsächlich möglich zu lernen eine wundervolle partnerschaftliche Beziehung zu leben. Statt weniger zu werden Liebe wachsen zu sehen, zu sich selbst, zum Leben und auch zueinander, ohne voneinander abhängig zu sein. Zu wissen wir können ohne den anderen glücklich und zufrieden sein. Solange wir aneinander wachsen können und es mehr statt weniger genießen wäre es ziemlich dumm, dann wegen eines blinden Flecks davon zu laufen.

In welcher Beziehungsform auch immer wir leben oder leben wollen, solange wir nicht lernen mit unseren Gefühlen zu leben ohne darin gefangen zu sein, wird Glück und Zufriedenheit eher oberflächlich nur durch Kompensationen möglich sein. Sobald wir jedoch lernen dass wir selbst es sind die hilflos rudern und uns quälen, nicht mehr vor uns selbst davonlaufen, müssen wir auch keinen Anderen schuldig sprechen und aussperren aus unserem Leben. Es geht nicht um Schuld es geht darum zu verstehen, zuerst uns selbst und dann den Anderen. Wem es leichter fällt auch gerne umgekehrt. Wir dürfen alles, auch unser Selbstmitleid erleben, doch wird es einfacher wenn wir uns bewusst sind was und dass wir es tun.

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Über tukan

Wir ändern uns nicht durch Änderung unseres Verhalten, dies wäre wie Kleidung wechseln oder Möbelrücken. Veränderung braucht weder Anstrengung noch Gewalt. Solange wir von Lob und Wertschätzung abhängig sind, werden wir Menschen danach beurteilen, ob sie unsere Abhängigkeiten gefährden oder fördern. Die Wurzel allen Kummers ist das Verlangen. Verlangen trübt und zerstört die Wahrnehmung. Ängste und Wünsche verfolgen uns. einfach sein, leben und leben lassen, sich selbst beobachten ohne zu bewerten, achtsam und bewusst, lebendig und glücklich sein.
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