kurz nachgehakt und hingeschaut

Ich gebe zu, es ist für uns eines der schwierigsten Dinge herauszufinden was es ist, das uns triggert wenn wir extrem empfindlich auf andere Menschen reagieren.
Um so größer ist die Freude wenn man in sich geht und herausfindet was diesen Schlüsselreiz auslöst. Auch wenn vorher klar ist, dass es immer mit unserem eigenen Verhalten zu tun hat, gehört neben dem ernsthaften Willen und der Bereitschaft auch Geduld mit sich selbst dazu es herauszufinden.

Heute für mich endlich ein Durchbruch. Ich habe ganz konkret herausgefunden, was mich manchmal so sehr stört, was mich triggert und warum ich in solchen Augenblicken ganz und gar nicht bei mir selbst bin.
Ich neige dazu in meiner Arroganz und Überheblichkeit Menschen mit anderer Überzeugung und Meinung zu überfahren. In meinem Glauben ich habe Recht zu behaupten, ich weiß es besser. Mit Vehemenz und großspuriger leicht aggressiver Art und Weise ziehe ich sämtliche Register und nutze all meine Fähigkeiten. Die Boshaftigkeit und Gemeinheit wird mir selbst dann erst so richtig deutlich, wenn mir ein anderer Mensch auf gleiche Art den Spiegel hinhält. Wer will im ersten Moment schon sehen welch fiese und dumme Art man selbst nutzt um andere auf Distanz zu halten. Seine eigene Meinung abzusichern und so sich selbst im Wege zu stehen Neues dazuzulernen.

In der Regel startet der Versuch den Anderen auf vermeintlich faire Art, doch besserwisserisch nieder zu bügeln, durch vermeintlich schlagkräftige Argumente, wenn das nicht hilft mit heftiger Zurechtweisung. Gelingt dies ist die Chance selbst zu wachsen und etwas zu Lernen vorbei. Gelingt dies nicht ist meist heftige emotionale Gegenreaktion die Folge. Man könnte sich jetzt immer noch als Sieger fühlen und das dumme Spiel beenden. Doch im Hintergrund tobt unbemerkt Wut und Ärger, darüber, die eigene Fiesheit und Gemeinheit am eigenen Leibe zu erleben, ohne dies bewusst zu sehen, ohne zu erkennen, warum es mich so besonders betroffen macht. Nach mehr oder weniger „Handgemenge“ zieht sich einer von beiden zurück. Mit dummen Gedanken oder auch Sprüchen wie „der klügere gibt nach“. Nicht sehend dass bei diesem Spiel immer zwei Verlierer und Opfer zurück bleiben.

Verärgert, wütend, verletzt und meist nicht gut drauf wird die Kampfarena dann verlassen. Mit welchen intellektuellen Fähigkeiten und Wissen ausgestattet, spielt dabei keine Rolle, das emotional verletzende Spiel, aufzuhören oder gar aufzugeben fällt jedem schwer. Noch am Boden liegend wird oft verbissen weiter gekämpft. Um Recht zu haben, um zu gewinnen oder seine Ehre und seinen Ruf zu verteidigen. Eigentlich unfassbar, würden die so Kämpfenden sich wirklich sehen können, wäre Stille, Scham und Bedauern, sofortige Reaktion. Sich mit Worten zu entschuldigen ist wie wir wissen noch lange keine Reue. Es wäre wieder nur Gerede. Das einzige was echte Reue zeigt ist Anderssein, Veränderung zu leben.

Das gemeine ist, das Menschen die intellektuell dem Kampfe nicht gewachsen sind zu Formulierungen greifen, die als ungehörig verpönt sind und oft zum Ausschluss auch in Gruppen führen, die Liebe und Liebe Leben lernen als Wunsch, Aufgabe und Anspruch haben. Partei zu ergreifen oder Beifall zu klatschen ist in solchen Situationen sicher nicht angebracht. Es gibt auch keinen Grund für wen auch immer sich zu freuen. Kaum jemand will mit solch unmöglichen und widerlichen Verhalten zu tun haben oder es wirklich gerne oder bewusst praktizieren. Jeder von uns kann sehen wenn er den will, dass wir alle immer wieder auf raffinierte Weise vielleicht noch viel fieser, verletzender und gemeiner sind. Nur wir sind ja fair, wir halten uns an die Spielregeln. Nur dann darf man verletzen, in die Enge treiben oder einfach ausschließen und so verjagen, wer sich nicht an diese Regeln hält. Sieht so Respekt und Wertschätzung gegenüber Menschen aus. Alle Menschen sind gleich, gleich viel wert und würdig mit anderen zu kommunizieren und zu leben. Wie überall werden Gesetze, Regeln und Bedingungen von den Mächtigen aufgestellt und so manche Menschen gleicher und würdiger als andere.

Doch alles ist gut so wie es ist, oder manchmal doch nicht?

Richtig, zu gegebener Zeit wird sich verändern was verändert werden muss. War das 1789 in Frankreich nicht schon mal der Fall. Ach ja, gestern habe ich von einem kleinem Land in Afrika erfahren, das ganz frisch, gewaltlos die Macht dem Volke zurückgeben musste, Gambia in Westafrika erinnere ich mich. Bedauerlicher Weise haben die neuen Machtinnehaber vermutlich bisher nie lernen dürfen zu regieren. So stehen die Chancen nicht besonders günstig. Ohne Unterstützung durch alle Schichten und ein gemeinsames, gewaltfreies Miteinander wird es sehr schwer, es dann besser zu gestalten als zuvor.

Ich hoffe, womit wir wieder bei der Hoffnung wären. Nein ich hoffe nicht, ich glaube nicht und ich vertraue nicht darauf. Ich werde alles tun um mit Achtsamkeit zu verhindern, nicht weiter dazu beizutragen Kriege zu führen, schwächere einfach niederzuwalzen oder mit aller Macht meine Überzeugung aufzudrücken. Wie war das mit dem IS, woher erhalten Sie immer wieder neue Unterstützung und warum?

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Über tukan

Wir ändern uns nicht durch Änderung unseres Verhalten, dies wäre wie Kleidung wechseln oder Möbelrücken. Veränderung braucht weder Anstrengung noch Gewalt. Solange wir von Lob und Wertschätzung abhängig sind, werden wir Menschen danach beurteilen, ob sie unsere Abhängigkeiten gefährden oder fördern. Die Wurzel allen Kummers ist das Verlangen. Verlangen trübt und zerstört die Wahrnehmung. Ängste und Wünsche verfolgen uns. einfach sein, leben und leben lassen, sich selbst beobachten ohne zu bewerten, achtsam und bewusst, lebendig und glücklich sein.
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