Der Tod des „Mich“

Niemals könnte ich zumindest es treffender formulieren als mein Freund und Lebensbegleiter Anthony de Mello. Das folgende Zitat ist eine wundervolle Betrachtung von Leben, Liebe und Tod.

„Kann man uneingeschränkt Mensch sein, ohne das Tragische zu erfahren? Das einzig Tragische auf der Welt ist Ignoranz, die Wurzel allen Übels. Das einzig Tragische auf der Welt ist Unachtsamkeit und Unbewusstheit. Ihnen entspringt die Furcht, und aus der Furcht kommt alles andere, aber der Tod ist keineswegs eine Tragödie. Sterben
ist schön; es wird nur für diejenigen zum Schrecken, die das Leben nie verstanden haben. Nur wer Angst vor dem Leben hat, hat auch Angst vor dem Tod. Nur wer tot ist,
fürchtet den Tod. Doch wer lebt fürchtet ihn nicht.
Ein amerikanischer Schriftsteller schrieb dazu sehr treffend: Das Erwachen ist der Tod Ihres Glaubens an Ungerechtigkeit und Tragik. Was für eine Raupe das Ende
der Welt bedeutet, ist eine Schmetterling für den Meister.
Tod ist Auferstehung.

Damit meinen wir nicht irgendeine Auferstehung, die noch geschehen wird. Sondern eine, die gerade jetzt geschieht. Wenn Sie von Ihrer Vergangenheit, von jeder
vergehenden Minute Abschied nehmen könnten, einem Sterben gleich, wären Sie ein ganz vom Leben durchdrungenes Mensch, denn ein vom Leben durchdrungener Mensch ist durchdrungen vom Tod. Immer gibt es für uns ein Sterben, müssen wir etwas zurücklassen, um ganz vom Leben durchdrungen zu werden und um jeden Augenblick aufzuerstehen. Die Mystiker und Heiligen wie auch andere bemühen
sich, die Menschen wach zu machen. Solange sie nicht wach geworden sind, werden sie stets jene anderen kleineren Übel wie Hunger, Krieg und Gewalt haben. Das
größte Übel sind Menschen, die schlafen, unwissende Menschen.
Ein Jesuit schrieb einmal an den damaligen Generaloberen des Ordens, Pater Arrupe, einen Brief, in dem er ihn nach dem Wert von Kommunismus, Sozialismus
und Kapitalismus fragte. Pater Arrupe gab ihm eine gelungene Antwort, er schrieb: „Ein System ist so gut oder so schlecht wie die Menschen, die darin leben.“ Menschen
mit einem goldenen Herzen könnten den Kapitalismus, Kommunismus oder Sozialismus gut funktionieren lassen. Verlangen Sie nicht, dass sich die Welt ändert –
ändern Sie sich zuerst. Erst dann werden Sie die Welt gut genug sehen, um all das zu ändern, wovon Sie glauben, dass es verändert werden müsste. Entfernen Sie den
Balken aus Ihrem Auge, um nicht das Recht zu verlieren, etwas oder jemand anderen zu ändern. Solange Sie sich Ihrer nicht bewusst geworden sind, haben Sie kein Recht,
bei jemandem oder in der Welt einzugreifen. Wenn Sie versuchen, einen anderen oder etwas anderes zu verändern, solange Sie selbst nicht zur Bewusstheit
gefunden haben, besteht die Gefahr, dass Sie etwas zu Ihrem eigenen Vorteil ändern – für Ihren Stolz, Ihre dogmatischen Überzeugungen und Ansichten oder auch
nur, um Ihre negativen Gefühle zu mildern. Ich habe negative Gefühle, also änderst du dich besser so, dass ich mich wohlfühlen kann.
Befassen Sie sich zuerst mit Ihren negativen Gefühlen, damit Sie, wenn Sie andere ändern wollen, nicht aus Hass oder Negativität handeln, sondern aus Liebe. Es
mag seltsam erscheinen, dass Menschen sehr hart zueinander sein können, und sich dennoch sehr lieben. Der Chirurg kann sehr hart zu einem Patienten sein und dennoch liebevoll. Liebe kann tatsächlich sehr hart sein. „

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Über tukan

Wir ändern uns nicht durch Änderung unseres Verhalten, dies wäre wie Kleidung wechseln oder Möbelrücken. Veränderung braucht weder Anstrengung noch Gewalt. Solange wir von Lob und Wertschätzung abhängig sind, werden wir Menschen danach beurteilen, ob sie unsere Abhängigkeiten gefährden oder fördern. Die Wurzel allen Kummers ist das Verlangen. Verlangen trübt und zerstört die Wahrnehmung. Ängste und Wünsche verfolgen uns. einfach sein, leben und leben lassen, sich selbst beobachten ohne zu bewerten, achtsam und bewusst, lebendig und glücklich sein.
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