Das Herz am richtigen Fleck

Eine wundervolle Geschichte eines Freundes – Begegnung mit einem Obdachlosen, war Auslöser für folgende Gedanken.
Es gibt nen Spruch „das Herz am richtigen Fleck tragen“. Oft, wenn ich auf den Straßen in der Stadt unterwegs bin denke ich, soviele Menschen haben ihr Herz in den Kühlschrank gelegt. Solange die Kühlschranktüre zu ist, ist’s dort dunkel und kalt.
Es ist glaube ich Angst die Menschen dazu bringt sich vor sich selbst zu verstecken. Fatal dabei ist, dass sie weder sich selbst noch andere mehr sehen und spüren können.

Allein Kopfkino ist es, was noch Gefühle entstehen lässt und einem vorgaukelt man wäre am Leben. Aschgraue Gesichter, manchmal mit Farbe angeschmiert, mit Selbstbräunungsmittel oder Sonnenbrand misshandelt, als wäre immer Fasching, doch eigentlich nur angemalt oder braun gebrannt um den Schein zu waren. So zu tun als wäre man lebendig. Der Schein ist es doch was zählt, sonst nichts, oder?

Man muss schon große Opfer bringen um auch dazuzugehören. Zumindest das Gefühl am Leben erhalten zu können als ob man nicht alleine wäre. So zu tun als wäre alles in Ordnung, obwohl sich nichts so anfühlt. Gott sei dank haben wir unsere Gefühle im Griff. Nur die Gedanken lassen sich nicht so Recht kontrollieren.

Wie kann man nur so obszön sein und als Obdachloser auf der Straße leben, sich selbst so zu zeigen wie man eben ist, ohne zu verbergen was man fühlt, wie man lebt. Es ist anstrengend genug sich Tag für Tag vor sich selbst und allen anderen Menschen zu verstecken. Da tauchen plötzlich immer wieder Gestalten auf, in abgetragene Klamotten gehüllt. Jeder kann sehen wenn sie frieren, hungern, vor Kummer und Leid trunken am Straßenrand kauern und darauf zu warten scheinen, die Masse der armen grauen Menschen zu erschrecken, den Spiegel so gnadenlos hinzuhalten, daß man fast darüber stolpert. Es ist ganz schön anstrengend sich da rauszuhalten und die Szenen in’s Kopfkino so einzubauen, das es gemächlich weiterplätschert, man nicht gezwungen ist aufzuwachen oder gar reale Gefühle zu entwickeln.

Ich glaube es ist Angst, die soviele Menschen die Augen schließen lässt. Allein die Vorstellung sein Alleinsein spüren zu müssen ist furchtbar und kaum auszuhalten. Dies aber auch noch vor allen anderen Menschen zu zeigen, mitten unter ihnen zu leben, ängstlich, verletzlich, krank, bedürftig und hungrig. Hungrig nach Nahrung, Zärtlichkeit und Liebe. Nur mit Herzlosigkeit ist das auszuhalten, mit Augenklappen und Kopfhörer, die mit lauter Musik unser laut klopfendes, erschrecktes Herz übertönen.

„Angst essen Seele auf“ wieder so ein doofer und doch so wahrer Spruch. Dabei wäre alles so einfach. Ja, das Leben ist wunderschön, einfach und voller Leichtigkeit. Wenn wir etwas Mut dazu entwickeln. Uns trauen, zu weinen, zu lachen, zu tanzen, vor Trauer oder Freude zu schreien. Wenn uns danach zumute ist, zu singen, vor Glück zu strahlen oder zitternd vor Betroffenheit, Schutz und Mitgefühl suchend uns in die Arme nehmen.

„Augen zu und durch“ funktioniert nicht wirklich. Es sei den du willst leblos dahinvegetieren und dich damit begnügen so zu tun als wärst du am Leben. Ängstlichkeit vergeht wenn du sie annimmst, anstatt dich zu verstecken. Kummer und Traurigkeit vergeht von ganz allein wenn du sie zulässt, dich selbst annimmst und lebst anstatt zu tun als ob. Freude, Begeisterung kommt und geht genauso wie Beklommenheit und Entsetzen. Egal an was du versuchst dich festzuhalten, lass es sein, denn du hörst in diesem Augenblick auf zu leben. Nichts lässt sich festhalten. Lebendigkeit ist ständige Bewegung und Veränderung. Lass Achtsamkeit und Liebe in dir wachsen. Liebe, Zufriedenheit und Mitgefühl wird kein unerfüllbarer Wunschtraum mehr sein, sondern Teil deines Lebens. Warte nicht auf ein Wunder oder Gott. Du bist dein Schicksal, Gott ist in dir. Nur wenn du selbst dein Leben lebst kannst du das wundervolle sehen, entdecken, begreifen und leben. Du bist das Wunder, um es zu sehen und zu erleben musst nur die Augen öffnen.

Nichts und niemand hat Macht über dich wenn du es nicht zulässt oder willst, wenn du nicht aus Angst die Verantwortung und dich selbst aufgibst. Gott ist in dir, es liegt allein an dir, dich mit ihm zu verbinden, zum Teil des Ganzen zu werden, Teil des Ganzen zu sein. Trau dich, es ist einfacher als du denkst.

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Über tukan

Wir ändern uns nicht durch Änderung unseres Verhalten, dies wäre wie Kleidung wechseln oder Möbelrücken. Veränderung braucht weder Anstrengung noch Gewalt. Solange wir von Lob und Wertschätzung abhängig sind, werden wir Menschen danach beurteilen, ob sie unsere Abhängigkeiten gefährden oder fördern. Die Wurzel allen Kummers ist das Verlangen. Verlangen trübt und zerstört die Wahrnehmung. Ängste und Wünsche verfolgen uns. einfach sein, leben und leben lassen, sich selbst beobachten ohne zu bewerten, achtsam und bewusst, lebendig und glücklich sein.
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