Glaube ist mehr als Wissen und Überzeugung

Menschen halten sich gerne fest an ihren Überzeugungen, an ihrem vermeintlichen Wissen. Glaube dagegen verliert mehr und mehr Ihr Interesse. Glaube erscheint vielen als Krücke für dumme und naive Menschen, unwissende Menschen.

Menschen die ihre Überzeugungen leben geraden aneinander, streiten, kämpfen ja töten einander. Nicht die unterschiedliche Religionen führen zu Mord und Totschlag, zu Terrorismus, Fanatismus und Krieg. Es sind die Überzeugungen, die Menschen daraus für sich ableiten, interpretieren und als vermeintliches Wissen, als ihre Wahrheit definieren.

So führt die gleiche Religion zu unterschiedlichen Wahrheiten zu unterschiedlichem Wissen. Es gehört viel Ignoranz dazu, die so erhaltene selbst erschaffene Wahrheit als die allumfassende und göttliche Wahrheit zu definieren, skrupellos und intolerant alles Andere zu verteufeln, zu verurteilen und zu bekämpfen.

Allen Religionen liegt der Glaube an einen Gott zugrunde. Trotz unterschiedlicher Namen, letztendlich der Glaube an einen großen, barmherzigen und gütigen Erlöser. Der Glaube an Liebe und Mitgefühl und die Bereitschaft nach diesem Glauben zu leben.

Unterschiedliche und beliebige Auslegungen und Interpretationen dieser Religionen lassen den Glauben zur Farce verkommen. So entsteht Nährboden für Wut, Hass, Zwietracht, Angst und Ignoranz, wächst und gedeiht. Der Glaube der allen Religionen inne ist verkümmert mehr und mehr. Nicht die Liebe sondern das Wort erhält die Macht, wird zu Gottes Wort erhoben und mit Blut und Schwert verteidigt und verbreitet wie einst die Kreuzzüge im Mittelalter.

Warum will niemand sehen, verstehen und begreifen, dass nicht die Religionen in ihren schriftlichen und mündlichen Überlieferungen sondern der Glaube selbst der Weg zu Gott, zu Liebe und Erlösung bedeutet.

All die Werke und Überlieferungen von Mensch gewordenen Söhnen und Töchtern Gottes, von Buddha, Jesus, Mohamed und wie sie alle heißen mögen sind Versuche Lehren Gottes zu beschreiben, in Worten zu interpretieren und zu manifestieren. Sie sind nicht die Lehre selbst, sie sind nicht Gott gegebene Worte, sondern Versuche von Menschen etwas zu beschreiben was sich nicht beschreiben lässt. Weder Gott noch die Liebe lässt sich in Worten erklären.

Menschen zerstören und bekriegen sich gegenseitig im Wettstreit, Gott und die Liebe in unterschiedlichsten Worten zu definieren, festzulegen und dann an den Worten zu kleben, ja die Worte zu verehren, statt Demut, Liebe und Mitgefühl zu leben.

Der Glaube an Gott und die Liebe ist in allen Religionen gemeinsam wesentlich, ist Inhalt und Ziel.

Der Glaube an Gott und die Liebe verkümmert zum Wortstreit. Um Recht zu erhalten wird gekämpft. Sieger und Gewinner scheint der zu sein der durch Skrupellosigkeit, Ignoranz und Gewalt sich durchsetzt. Ignoranz, Egoismus, Gnadenlosigkeit und Unbarmherzigkeit können niemals zu Gott, niemals zu Liebe und Mitgefühl führen.
Sie verbreiten und schüren Angst, Elend und Leid.

Glaube bedeutet offen zu sein für die Wahrheit, was auch immer sich daraus ergeben mag, wohin auch immer sie einen führen wird. Glaube bedeutet Vertrauen. Vertrauen auf Gott und sich Selbst. Vertrauen nicht auf Worte und den Verstand sondern auf Gott und die Liebe in uns.

Nicht Wissen und Überzeugung führt zu Liebe und Gott, sondern Glaube. Überzeugungen mögen viel vermeintliche Sicherheit geben, Glaube ist Unsicherheit. Du weißt nicht. Du bist bereit zu folgen und bist offen, ganz offen! Du bist bereit zuzuhören. Offen zu sein heißt nicht, leichtgläubig zu sein, heißt nicht alles zu schlucken, was einem gerade gesagt wird. Durchaus nicht. Du musst alles, was ich sage, was du siehst und hörst, in Frage stellen, doch aus einer offenen und keiner verbohrten Einstellung heraus. Denke an das großartige Wort von Buddha: „Mönche und Gelehrte dürfen meine Worte nicht aus Respekt annehmen, sie müssen sie aufgliedern und bearbeiten, wie der Goldschmied Gold bearbeitet – durch Sägen, Gravieren, Löten und Schmelzen.“
Wenn dir dies gelingt, hörst du zu und hast damit einen wichtigen Schritt zum Wachwerden getan.

Der erste Schritt besteht in der Bereitschaft zuzugeben, dass du nicht wach werden willst, und das du nicht glücklich sein willst, nicht bedingungslos glücklich sein willst. Alle möglichen Widerstände in dir müssen dabei überwunden werden. Der zweite Schritt ist die Bereitschaft, wirklich zuzuhören und dein ganzes Denksystem in Frage zu stellen; nicht nur deine religiösen, gesellschaftlichen, psychologischen Überzeugungen, sondern alles: die Bereitschaft, das alles neu zu bewerten, wie in der Metapher des Buddha.

 

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Über tukan

Wir ändern uns nicht durch Änderung unseres Verhalten, dies wäre wie Kleidung wechseln oder Möbelrücken. Veränderung braucht weder Anstrengung noch Gewalt. Solange wir von Lob und Wertschätzung abhängig sind, werden wir Menschen danach beurteilen, ob sie unsere Abhängigkeiten gefährden oder fördern. Die Wurzel allen Kummers ist das Verlangen. Verlangen trübt und zerstört die Wahrnehmung. Ängste und Wünsche verfolgen uns. einfach sein, leben und leben lassen, sich selbst beobachten ohne zu bewerten, achtsam und bewusst, lebendig und glücklich sein.
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