Spieglein Spieglein …

Unseren Partner oder Partnerin, aber auch Menschen denen wir im Alltag begegnen, als Spiegel zu erleben und zu betrachten ist wundervoll. Es ermöglicht uns über uns selbst hinauszuwachsen, zu lernen und eigene Grenzen zu bewegen. Dies zu begreifen, zu verstehen oder als Theorie für wahr und richtig zu finden reicht jedoch bei weitem nicht aus um es zu leben. Nur für uns selbst können wir herausfinden was dies für unserem Lebensalltag bedeutet, wie wir lernen können unseren Spiegel als Geschenk zu nutzen und zu erleben.

Ich habe für mich herausgefunden, dass es nicht das Auslösen von Gefühlen ist was die Beziehung zu einem anderen Menschen an ihre Grenzen bringt und leider oft auch zerstört. Es sind auch nicht die negativen Gefühle die in uns entstehen oder ausgelöst werden.

Die Ursache die letztlich der Grund für Eskalation, Gewalt und Krieg in kleinem und großen Gruppen von Menschen überall auf der Welt verantwortlich ist liegt ganz wo anders. Es sind allein Missverständnisse in der Kommunikation. Unsere Hilflosigkeit,Ohnmacht oder Unfähigkeit uns zu verständigen.

Mein Gegenüber als Spiegel zu sehen, Lernprozesse, Wachstum und Veränderung wird möglich, wenn ich mein Gegenüber, den Partner oder die Partnerin nicht nur als Auslöser (m)eines Konflikts sehen kann, sondern Zusammenhänge erkenne und verstehe. Dazu gehört zum einem Verständnis für die Situation in der die oder der Andere gerade steckt, krank, schlecht geschlafen, Stress in der Arbeit…
Ganz besonders gehört für mich dazu, dass ich sie oder ihn (Partner oder die Partnerin) in und mit ihrem gesamten Wesen erkenne, respektiere und annehme. Es reicht nicht nur das zu mögen was mir gut tut und gut gefällt oder ich mag. Ich muss den ganzen Menschen respektieren und annehmen mit sein Stärken und Schwächen ohne ständig zu versuchen ihn nach meinen Vorstellungen und Wünschen umformen und verändern zu wollen.

Nun, dazu muss ich jedoch zuerst einmal mich selbst sehen und verstehen können. Nicht nur wenn ich mich wohl fühle und es mibei geht, auch in Situationen die ich als bedrohlich erlebe. Da dies meist unbemerkt und unbewusst geschieht ist große Achtsamkeit für mich selbst und mein Verhalten notwendig. Ich muss bei und mit mir selbst beginnen, mich selbst sehen und begreifen und als Ganzes Wesen annehmen, akzeptieren und lieben lernen. Ich muss mir selbst verzeihen können.

Es reicht nicht etwas in der Theorie zu kennen und es gut zu finden. Ich muss es leben lernen und mich achtsam selbst beobachten, ganz besonders in emotional aufgeladenen Momenten. Ich muss wahrnehmen wieweit oder ob mir das im Lebensalltag gelingt. Sich selbst Fehler, Defizite oder Mängel ein- und zuzugestehen ist die größte Hürde hierbei.

In jeder Beziehung kann ich von einem Partner und einer Partnerin nur das erhalten was ich selbst zu geben bereit und möglichst auch in der Lage bin. Ich kann niemand glücklich und zufrieden machen. Ich kann jedoch Anderen das Leben schwer machen wenn ich es selbst nicht bin. Genau diese Erwartung und Hoffnung setzen wir jedoch all zu gerne in unseren Beziehungspartner. Dass er/sie uns mit Haut und Haaren liebt, unsere Schwächen verzeiht, uns annehmen und akzeptieren kann so wie wir sind. Wenn wir dies jedoch mit uns selbst nicht können, können wir es erst recht nicht mit unserem Partner.

Es ist also nicht ganz so einfach, dass wir nur verstehen und begreifen müssen dass wir im Anderen den Spiegel von uns selbst finden.

Der Umgang und die Fähigkeit mit unseren Gefühlen umzugehen entscheidet ob und wie unsere Kommunikation funktioniert und somit ob wir unsere Beziehung als wundervoll, akzeptabel, erträglich oder unerträglich wahrnehmen. Um eine Beziehung voller Liebe und Mitgefühl leben zu können, um die Chance genießen und erleben zu können innerhalb einer Beziehung zu lernen und zu wachsen müssen wir dazu fähig sein bewusst wahrzunehmen was geschieht. Auch in dem Moment, indem wir überwältigt von unserem Gefühl des Ärgers, des Zorns oder der Enttäuschung sind.

Uns nicht davon gefangen nehmen zu lassen und uns nicht mit unserem Gefühl zu identifizieren, sondern möglichst direkt oder zumindest vor einer Eskalation, begreifen und erkennen was gerade geschieht ist der Schlüssel für Erkenntnis, Voraussetzung für Lernprozesse und Wachstum. Möglichst bevor wir beginnen jede Kampfansage anzunehmen und uns gegenseitig viel Schmerzen und Verletzungen zufügen.

Hierzu gehört mehr als das Wissen, dass unser Gegenüber oder Partner der Spiegel von uns selbst ist. Ich glaube dass wir dann wenn wir unsere weise Theorie unserem Partner oder Partnerin im Augenblick einer Identifikation mit negativen Gefühlen, servieren auf wenig Verständnis stoßen werden.

Zumindest Eine/r in der Beziehung sollte auch in emotional aufgeladenen Situationen sich selbst und den Anderen mit seinem ganzen Wesen sehen und wahrnehmen können. Nur dann sind wir dazu in der Lage einander auf eine Art und Weise zu verständigen die keinen Kampf braucht. Wenn wir für uns selbst dazu in der Lage sind eine Kampfansage nicht automechanisch als Herausforderung zu sehen oder als bedrohenden Angriff zu interpretieren ermöglichen wir Lern- und Wachstumsprozesse innerhalb der Beziehung zu unserem Partner oder Partnerin. Wenn wir den Anderen mit seinem ganzen Wesen erfassen und so sein lassen können, gibt es keine Bedrohung mehr für uns und keine Gefahr die uns plötzlich überraschen könnte. Wenn je nach Situation beide Partner dazu in der Lage sind steht einer wundervollen Partnerschaft mit vielen Spiegelerlebnissen, Lern- und Wachstumsprozessen nichts mehr im Wege.

Werner Strahwald

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Über tukan

Wir ändern uns nicht durch Änderung unseres Verhalten, dies wäre wie Kleidung wechseln oder Möbelrücken. Veränderung braucht weder Anstrengung noch Gewalt. Solange wir von Lob und Wertschätzung abhängig sind, werden wir Menschen danach beurteilen, ob sie unsere Abhängigkeiten gefährden oder fördern. Die Wurzel allen Kummers ist das Verlangen. Verlangen trübt und zerstört die Wahrnehmung. Ängste und Wünsche verfolgen uns. einfach sein, leben und leben lassen, sich selbst beobachten ohne zu bewerten, achtsam und bewusst, lebendig und glücklich sein.
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