Einfach und achtsam sein

Wollen – nicht können – suchen,
dahinter steckt eine Erwartungshaltung, die unser – so sein – oder – einfach sein – zunichte machen kann. So sehr, dass nichts verbindendes mehr zu existieren scheint und unsere Haltung uns leicht in die Erstarrung führt.
Wir geraten in Panik, wenn wir für einen Moment etwas vergessen, wenn uns nicht sofort einfällt was wir zu wissen glaubten. Wir beziehen einen einzigen Gedanken der nicht nach unseren Vorstellungen funktioniert auf unser ganzes weiteres Leben. Wir verlieren den Bezug zum Leben, zu Lebendigkeit, zu Bewegung und Veränderung. Erschrocken erstarren wir zu Leblosigkeit und machen so erst unsere Angst zu unserer Realität. Eine Realität die sich allein in unserem Kopf abspielt. Das Leben, auch unser Leben geht weiter, doch stehen wir außerhalb, sind nicht mehr daran beteiligt. Wir werden gelebt, gezerrt, gezogen, manipuliert und führen ein fremdgesteuertes Leben. Triebfeder unseres Handelns ist die Angst und eine Bedrohung die nur in unserem Kopf existiert. Wünsche, Hoffnungen und Sehnsüchte, die wir allein auf Grund unserer begrenzten Vorstellungskraft als Erlösung und erstrebenswert betrachten führen und treiben uns an. Enttäuschung, Frust und ein Gefühl von Leblosigkeit wird zur Gefahr, steigert unsere Angst, empfundene Ohnmacht und Hilflosigkeit. Unsere Überlebensfähigkeit hängt von der Kreativität unseres Verstandes ab. Unbemerkt beginnen wir ein neues Leben. Vermeintlich ungefährlicher da es nur im Kopf existiert, wir es steuern und kontrollieren können. Wir sind damit beschäftigt alles was uns widerfährt zurecht zu biegen, zu verändern, zu verdrehen und so gut es uns gelingt zu manipulieren. So, dass es sich erträglich anfühlt oder zumindest angenehm erscheint.

Je weniger zufrieden und glücklich wir uns fühlen, um so mehr halten wir uns an Strukturen und vermeintlicher Sicherheit fest. Versuchen zumindest die Kontrolle über das Wenige zu behalten, das wir haben. Wir halten uns krampfhaft fest an unserem Gerüst aus Vorstellungen, Selbsttäuschung und Selbstbetrug. Halten fest an Wünschen und Hoffnungen. Genießen und frönen unseren Süchten, da sie uns für Augenblicke ein angenehmes Gefühl verschaffen obwohl wir schon vorher den Katzenjammer kennen der folgt. Wir baden in Selbstmitleid da es uns erlaubt unsere Selbstverantwortung abzugeben und einfach Opfer zu sein. Hilflosigkeit die uns fast erstickt erlaubt uns Schuldzuweisungen und uns selbst als arme Opfer zu betrachten.

Trotz alledem wollen wir die Kontrolle behalten und glauben sie auch zu besitzen. Wir spielen ein Spiel. Wir sind abhängig davon dass wir dazu in der Lage sind unsere Spielregeln an ständig wachsende Herausforderungen anzupassen. Unser Verstand, unser Gehirn unser Kopf läuft ständig auf Hochtouren. Abhängig von all den Notizen, Infos, Wissen und der Sicherheitsstruktur die wir gesammelt und aufgebaut haben. Abhängig davon, dass wir ständig zufriedenstellende Antworten auf unsere Fragen finden. All zu gerne haben wir alles unter Kontrolle und immer Lösungen, am besten Erlösung parat.

Nie käme es uns in den Sinn einfach nur zu sein, die vermeintliche Kontrolle die wir sowieso nicht besitzen einfach sein zu lassen. Viel zu kompliziert und voller boshaften Herausforderungen erscheint unser Leben.

Wenn ich voll und ganz einfach nur bin, so sein darf, wie und was ich bin, weiß ich nichts in dem Moment, brauche ich nichts zu wissen. Es reicht völlig mit allen Sinnen das Leben zu spüren und zu be-greifen. Die ganze Energie die unser Kopf zuvor verbrauchte um vermeintlich die Kontrolle zu behalten und zu erklären was er nicht versteht, wird frei, wird Teil unserer Lebensenergie.

Unser Alltag wird zu einem sich ständig wandelnden Erlebnis. Bewegung und Veränderung lässt uns keine Zeit zum darüber nachdenken, zu spekulieren oder zu vermuten. Wir müssen nichts wissen oder vergleichen wenn das, was wir in diesem Augenblick benötigen oder uns wünschen könnten einfach da ist. Unsere Bewusstheit, Bewusstsein macht uns frei von Gedanken und Erinnerung.

Schwierigkeiten und Probleme, wenn wir nach Information, Wissen, Erinnerung oder Lösung suchen die uns nicht einfallen will haben wir nur dann, wenn wir in Unachtsamkeit leben, wenn wir in Panik geraden und erschrecken, ohne zu merken, dass das was wir suchen nur Futter für unseren Verstand wäre, völlig bedeutungslos und unwichtig für genau diesen Augenblick voller Lebendigkeit. Es sind die Gedankenschleifen, die wieder und wiederkehren, die unser Leben und den Alltag komplizieren. Langeweile, Unzufriedenheit und Leblosigkeit entsteht durch uns selbst, durch unsere Abtrennung vom Leben und Abtrennung von unserem Körper. Durch unser verharren im Kopf. Visionen und Vorstellungen übernehmen unbemerkt die Rolle des am Leben Seins und Überlebens.

Unser Stimmungswechsel unsere Haltung die sich verändert geschieht unbemerkt in Bruchteilen von Sekunden. Eine winzige Entscheidung von uns selbst, ein unachtsamer Augenblick sät den Samen der unsere Haltung und unser Leben verändert, in die eine oder andere Richtung, entscheidet über Leblosigkeit oder Lebendigkeit, über Zufriedenheit oder Unzufriedenheit. Darüber ob wir Vision als unsere Wirklichkeit erleben oder teilhaben am Leben, voller Lebendigkeit, Bewegung und Veränderung. Wir können diese Samen mit Achtsamkeit und Bewusstheit sähen oder unachtsam und unbewusst. Die Konsequenzen sind so oder so unvorstellbar und doch wesentlich für unser Sein.

Achtsamkeit lässt uns unsere Ignoranz begreifen, hilft uns unsere Angst zu verstehen und als Teil unseres Lebens alles zu integrieren und zuzulassen was ist. Wir lernen das Leben willkommen zu heißen anstatt es abzulehnen, manipulieren und verändern zu wollen. Wir lernen anzunehmen und zu begreifen was ist anstatt zu verurteilen und willkürlich zu interpretieren. Wir lernen uns selbst und unser Leben zu genießen und voller Freude Teil eines großen Ganzen zu sein.

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Über tukan

Wir ändern uns nicht durch Änderung unseres Verhalten, dies wäre wie Kleidung wechseln oder Möbelrücken. Veränderung braucht weder Anstrengung noch Gewalt. Solange wir von Lob und Wertschätzung abhängig sind, werden wir Menschen danach beurteilen, ob sie unsere Abhängigkeiten gefährden oder fördern. Die Wurzel allen Kummers ist das Verlangen. Verlangen trübt und zerstört die Wahrnehmung. Ängste und Wünsche verfolgen uns. einfach sein, leben und leben lassen, sich selbst beobachten ohne zu bewerten, achtsam und bewusst, lebendig und glücklich sein.
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